Die Stadt Nordhorn erweitert das Angebot ihrer Stadtbibliothek und führt ab sofort die „Bibliothek der Dinge“ ein. Nutzerinnen und Nutzer können nun nicht mehr nur Medien, sondern auch alltägliche und besondere Gegenstände ausleihen. Die neue Abteilung befindet sich im Obergeschoss der Hauptstelle am Büchereiplatz und bietet eine breite Palette an Gegenständen. Das Angebot reicht von Werkzeugen über Spielgeräte bis hin zu technischer Ausrüstung.
Der Aufbau einer Bibliothek der Dinge in Nordhorn wurde im März 2024 von der Gruppe CDU/FDP im Kulturausschuss angeregt. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Team der Stadtbibliothek sich bereits intensiv mit dem Thema befasst. Ein geeigneter Standort wurde im Obergeschoss der Hauptstelle gefunden. Der dortige Medienbestand ist durch die Übergabe der Heimatbibliothek an das Kreis- und Kommunalarchiv sowie die zunehmende Verfügbarkeit digitaler Medien rückläufig. Es war also genügend Platz vorhanden, um geeignete Schränke und Schließfächer für eine Bibliothek der Dinge aufzustellen.
Um das Konzept optimal an die Bedürfnisse Nordhorns anzupassen, hat sich das Team der Stadtbibliothek mit anderen Bibliotheken in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ausgetauscht. Das Resultat ist ein sorgfältig zusammengestelltes Sortiment von aktuell mehr als 70 Gegenständen. Es umfasst unter anderem kleinere Elektrowerkzeuge wie Akku-Schrauber und Lötkolben. Außerdem gibt es pädagogische Robotik-Lernsets für Kinder, Spielkonsolen oder Outdoorspiele wie Wikingerschach und Boule-Kugeln. Auch spezielle Ausrüstung wie Teleskope, Nachtsichtferngläser, Mikroskope, ein Foto-Scanner und eine Nähmaschine stehen zur Ausleihe bereit. Ein besonderer Hingucker ist eine Schatzkiste, die zum Beispiel für kreative Geburtstagsspiele ausgeliehen werden kann.
Die Vorteile des neuen Angebots
Die Bibliothek der Dinge soll eine nachhaltige Lebensweise fördern, indem sie den Neukauf von selten genutzten Gegenständen überflüssig macht. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Gleichzeitig soll das Angebot Technik und Werkzeuge für jedermann zugänglich machen.
Bürgermeister Thomas Berling freut sich, dass die Umsetzung so schnell gelungen ist: „Die neue ‚Bibliothek der Dinge‘ ist eine moderne Ergänzung unserer Bildungs- und Kultureinrichtungen. Sie fördert nicht nur nachhaltiges Verhalten, sondern ermöglicht auch den unkomplizierten Zugang zu Dingen, die man nur selten braucht.“
Auch Bibliotheksleiterin Martina Kramer sieht die Bibliothek der Dinge als sinnvolle Erweiterung des Angebots: „Wir sind längst nicht mehr nur ein Ort für Bücher und andere Medien, sondern ein Treffpunkt und ein Ort, wo Nachhaltigkeit gelebt wird. Die Bibliothek der Dinge ermöglicht es unseren Nutzerinnen und Nutzern, Neues auszuprobieren, ohne sich sofort etwas anschaffen zu müssen.“
Bibliotheksleiter Michael Günther freut sich, dass die Bibliothek der Dinge bereits vom ersten Tag an hervorragend angenommen wird: „Die Auswahl der Gegenstände war natürlich spannend. Zum einen sollte es möglichst vielfältig sein. Zum anderen sollten es alles Dinge sein, die auch tatsächlich benötigt und ausgeliehen werden.“ Das Konzept scheint aufzugehen, denn laut Günther sind in den ersten zwei Wochen seit dem Start bereits zahlreiche Dinge ausgeliehen worden.
Alle Gegenstände können im Online-Katalog der Bibliothek recherchiert und in verschließbaren Fächern im ersten Stock der Hauptstelle begutachtet werden. Die Ausleihfrist beträgt eine Woche und kann maximal zweimal verlängert werden. Die Ausleihe ist erst ab 18 Jahren möglich.

