Viermal "Gold" für Nordhorn

Stadtbibliothek eine der fünf besten im Deutschland-Vergleich


Als eine der fünf besten Bibliotheken in Deutschland hat der Deutsche Bibliotheksverband die Nordhorner Stadtbücherei bewertet. Das ist das Ergebnis des bundesweiten Leistungsvergleichs BIX. Die Nordhorner Einrichtung verzeichnet in allen vier bewerteten Kategorien „Angebot“, „Nutzung“, „Effizienz“ und „Entwicklung“ Top-Ergebnisse.

GN, 21.7.2012
„Nur, wer die eigenen Stärken und Schwächen kennt, kann noch besser werden“, so Bibliotheksleiterin Martina Kramer bei der Vorstellung der Ergebnisse. Bereits zum neunten Mal hatte sich die Nordhorner Bibliothek am bundesweiten Bibliotheksvergleich BIX beteiligt – erneut mit gutem Erfolg: Sie ist in der Größenklasse 50.000 bis 100.000 Einwohner in Niedersachsen die einzige und bundesweit eine von insgesamt fünf Bibliotheken, die in allen vier Dimensionen in die „Gold-Gruppe“ gelangte. Die vier anderen Bibliotheken dieser Spitzengruppe sind ausnahmslos im Süden der Republik, in Bayern und Baden-Württemberg, angesiedelt.

Seit 13 Jahren führen der Deutsche Bibliotheksverband und die Bertelsmann Stiftung den Leistungsvergleich durch. Die Gründe für das Erreichen der Top-Kategorie „Gold“ in allen Bereichen sieht Kramer unter anderem in den hervorragenden Ausleih- und Nutzerzahlen bei effektivem Einsatz der Ressourcen. Im vergangenen Jahr konnte die Stadtbibliothek ihre Ausleihzahlen erneut steigern. Insgesamt 597.142 Bücher, DVDs, Musik-CDs, Hörbücher und Zeitschriften wurden 2011 von den Grafschafter Lesern mitgenommen. Das sind knapp 30.000 Ausleihen mehr als im Vorjahr. Vergleicht man die eingesetzten Mittel wie Personal, Budget, Material mit der Nutzung der Bibliothek, so kostet umgerechnet jede Ausleihe 18 Cent. Zum Vergleich: im Bundesdurchschnitt liegen die Kosten bei 27 Cent.

Vor allem im Kinder- und Jugendbuchbereich verzeichente die Stadtbibliothek eine Ausleihsteigerung von 133.376 in 2010 auf 139.468 im vergangenen Jahr. Dieses positive Ergebnis führen die Mitarbeiterinnen der Einrichtung am Büchereiplatz auf die intensive Leseförderung zurück. So finden beinahe täglich Klassenführungen für Kindergärten und Schulen statt.

„Mit dem Lesewettbewerb „Nordhorner Lese-Regatta“ für Grundschulen, dem unermüdlichen Einsatz der ehrenamtlich tätigen Vorlesepaten und zahlreichen Aktionen rund um das Buch werden Kinder und Jugendliche aller Altersgruppen angesprochen“, berichtet Kramer. Die Stadtbibliothek nimmt in jedem Sommer am landesweiten „Julius-Club“ für Elf- bis 14-Jährige teil und engagiert sich im Rahmen des Projektes „Lesestart“ bereits im Bereich der unter Dreijährigen.

Die Veränderung der Mediennutzung schlägt sich besonders im Sachbuchbereich nieder. Dort sind die Ausleihzahlen um knapp neun Prozent zurückgegangen. Immer mehr Menschen informieren sich in erster Linie über das Internet und weniger über das klassische Sachbuch oder Lexikon. Die Stadtbibliothek hat darauf bereits reagiert und vor drei Jahren ihr Online-Angebot mit eBooks, ePapers und elektronischen Hörbüchern gestartet.

Diese so genannte OnLeihe hat nun erstmals ebenfalls einen Sprung gemacht von 1.688 Ausleihen in 2010 auf 4.339 Entleihungen im vergangenen Jahr. „E-Book-Reader und Tablet-PCs boomen“, so der für die OnLeihe zuständige Mitarbeiter Michael Günther. Angemeldete Nutzer der Bibliothek können sich unter www.nbib24.de kostenlos virtuelle Bücher und Hörbücher oder den neuesten „Spiegel“ oder „Die Zeit“ herunterladen.

Doch die Bibliothek wird durch die virtuellen Bestände nicht überflüssig, wie die Besucherzahlen belegen, die erneut gestiegen sind. Im vergangenen Jahr wurde die Einrichtung am Büchereiplatz 121.005 mal besucht. Damit liegt die Stadtbibliothek Nordhorn im bundesweiten Trend, wonach Bibliotheken die am häufigsten frequentierten öffentlichen Kultureinrichtungen in den Kommunen sind.

„In einer zunehmend virtuellen Welt wird das Bedürfnis nach realen Orten offenbar immer wichtiger“, stellt Bibliotheksleiterin Kramer fest. „Die Bibliothek etabliert sich als Ort der Begegnung.“ Die zahlreichen gut besuchten Autorenlesungen, beispielsweise mit Piet Klocke, der gern genutzte Kaffeeautomat und die Ausleihsteigerung im Bereich der Romane und Bestseller sowie die Vor-Ort-Nutzung der Zeitschriften belegen dies. So konnte die Ausleihe der Belletristik erneut gesteigert werden von 61.591 auf 63.383. Nach einer Umfrage und dank einiger Sponsoren wurden die Zeitschriftenabos von 99 auf jetzt 124 aufgestockt. Die einzelnen Hefte erzielten eine Ausleihe von insgesamt 15.939, was gegenüber 2010 eine Steigerung um mehr als zehn Prozent darstellt.